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„Der böse Winter“ oder „Wie Hebel und Bach mir den Frost-Frust nahmen“

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„Mensch ist das schon wieder kalt“ – dachte ich heute morgen, während ich die fröstelnden Finger in meiner grauen Jackentasche verschwinden ließ, um sie kurz darauf wegen des Fahrradlenkers oder besser gesagt meiner Sicherheit wieder herauszuholen. Gegenverkehr. Ich wollte schon anfangen, mich über den bösen Winter aufzuregen, der mit brachialer Gewalt Vorboten der Kälte, Herolde des Eises, in die süddeutsche Landschaft entsendet, wo man die Restbräune des Sommerurlaubs zwar noch hat, aber inzwischen unter langärmligen Pullis verstecken muss. Da kam plötzlich Johann Peter Hebel ums Eck begleitet von Johann Sebastian Bach, der eine den Finger erhoben, der andere den Geigenstock: „1740“, sagte Hebel, „da war´s kalt. Und jetzt hör auf zu weinen und achte auf den Gegenverkehr!“ Bach demütig, wie man ihn kennt, atmete im Hintergrund kurz aus, und begann dann friedlich zu spielen.

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