RADIO helle welle

mit der besten Nachricht

6. Dezember 2012
von Hans-Peter
Keine Kommentare

Ein Tübinger Stadtspaziergang und die Haltung zu Israel

Gerade läuft hier Joachims Reportage über einen Tübinger Stadtspaziergang letzten Samstag. Er führte zu verschiedenen Orten, wo im „Dritten Reich“ Juden gewohnt haben und jetzt nur noch die kleinen bronzenen Stolpersteine an sie erinnern. Sie wurden in Konzentrationslager deportiert und haben die Nazi-Herrschaft größtenteils nicht überlebt. Abschluss des Spaziergangs war in den Ausstellungsräumen zum Holocaust und den Märschen des Lebens im Treffpunkt „Jesus live“ am Marktplatz.

Joachim fragte die Teilnehmer, warum sie an dem Spaziergang teilnehmen. Einer sagte (ich fasse sinngmäß zusammen): Erstmal natürlich aus Interesse für unsere erschütternde Geschichte Zum zweiten regen sich ja aber auch heute schon wieder Vorbehalte und sogar Hass gegenüber Israel, und da müsse man aufpassen, welche Haltung man einnehme…

Während ich das schreibe, finden in Berlin die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen statt. Im Vorfeld gab es Enttäuschung aufseiten Israels, dass sich Deutschland bei der UN-Abstimmung über die Zuerkennung eines höheren Status für die Palästinenser nicht dagegen ausgesprochen, sondern nur enthalten hat. Eine klare Haltung ist das nicht. Würde man allerdings die deutsche Bevölkerung abstimmen lassen, die ja lt. neuen Untersuchungen zu hohen Anteilen ein „geschlossenes rechtes Weltbild“ und antisemitische Vorurteile kultiviert, so sähe die Haltung Deutschlands womöglich klarer aus – gegen Israel. Hier bei uns im Radio hat ein antiisraelischer Wutbürger angerufen und gesagt, Israel heute, das sei ja genauso faschistisch wie Hitler… Die Leserbriefseiten in Zeitungen und im Internet transportieren häufig eine ähnliche Stimmung.

Die Bevölkerung abstimmen lassen, das hört sich ja gut an, oder? Demokratisch. Aber ist das dieselbe „Bevölkerung“ (als historische Größe), die im Nationalsozialismus als schweigende Mehrheit den Völkermord an den Juden quasi sanktioniert hat? Dann müsste man auch sagen: der Holocaust war demokratisch legitimiert, denn die Mehrheit hat nichts dagegen getan.
Ein Glück und ein Segen, dass in unserem Staat nicht allein der Wille der Mehrheit zählt, sondern auch bestimmte Verpflichtungen, z.B. die Verantwortung vor Gott, von der das Grundgesetz spricht, oder jene Staatsräson, die Angela Merkel in ihrem oft zitierten Satz in der Knesset erwähnte: die Sicherheit Israels ist Teil der deutschen Staatsräson.

Zurück zum Stadtspziergang letzten Samstag: Bei Joachims Gespräch mit dem Teilnehmer stand man gerade an einer Fußgängerampel, sie sprang auf grün, und Joachim sagte: „wir können das Gespräch ja auch im Gehen fortsetzen!…“ – Es ist jetzt Zeit, dass wir uns als Christen und als geschichtsbewusste Bürger in Bewegung setzen, um unsere Beziehung zu Israel zu stabilisieren und mutig für die Werte einzutreten, denen uns unser jüdisch-christliches Erbe verpflichtet.

16. Oktober 2012
von Hans-Peter
Keine Kommentare

Verkehrsplanung in Tübingen

… leider hat jedoch mein Mobilfunk-Zugang nicht getan, deshalb gab es keinen Twitter-Report. Es war auch eine ziemlich komplexe Sache, es wäre mit meiner Mini-Tastatur auch schwer gewesen, die Inhalte live irgendwie nachvollziehbar rüberzubringen.

Verkehrsplanung, dachte ich, das ist wie ärztliche Kunst. Wenn sie wirklich gut werden soll, müssen die ganzen verschiedenen Faktoren eines komplexen Systems beachtet werden. Das sieht dann manchmal aus, als ob man sich gar nicht von der Stelle bewegt. Aber Schnellschüsse gehen oft „in die Hose“…

7. Oktober 2012
von Hans-Peter
Keine Kommentare

Twitter beachten!

ich bin demnächst wieder per Twitter unterwegs, als „hellewelle“. Die Texte kann man auch hier auf der rechte Seite verfolgen („Frisch gezwitschert“)
Nächsten Montag (15.10., 19:00) z.B. gibt es eine Gemeinderatssitzung zur Planung des Tübinger Viertels „Au-Ost“, wo unser RADIO-Studio liegt, davon will ich per Twitter berichten.

11. September 2012
von Hans-Peter
Keine Kommentare

Barcelona vom Bahnsteig

Sitze auf dem Bahnsteig Tübingen West, warte auf den Zug und höre Joachim zu. Und erinnere mich an Barcelona, wo ich vor einer Woche war… Tolle Stadt, was mich ganz überraschte. In meiner Vorstellung existierte sie nur als Ballung von Shopping Malls. Das lag daran, dass die Leute aus unserer Urlaubsgruppe alle zum Shoppen da hin wollten. Aber als ich dann da war, entdeckte ich eine gleichermaßen alte und „gewichtige“ wie auch lebendige Stadt. Bin dort mit Florian einen Tag unterwegs gewesen, die Gassen, Häuser und Menschen betrachtet, Fisch gegessen, Kaffee getrunken. Am Ende hätte ich mir tatsächlich auch vorstellen können, dort einzukaufen, aber da war der Tag leider schon zu Ende, und ich fuhr mit einer Schar glücklicher Menschen mit vielen Tüten nach Hause.
Empfehlung!

12. August 2012
von Lorenz
1 Kommentar

Endlich mal was anderes

zahlreiche Medien berichteten gestern über den friedlichen Protest von ca. 2000 Menschen gegen eine Veranstaltung der NPD in dem kleinen Örtchen Viereck bei Pasewalk. Das ist mal eine andere Meldung aus dem ehemaligen Uecker-Randow Kreis. Bisher machten sich die Städte und Gemeinden eher dadurch einen Ruf, dass sie den Aktion der Rechten fast nichts entgegengesetzen.

Dieser Link verweist auf einen Bericht des NDR. Ähnliche Berichte gibt es aber auch großen Zeitungen und Magazinen wie Zeit, Spiegel Focus etc. ….

7. Juli 2012
von Hans-Peter
Keine Kommentare

Viele Fragen offen

Im Radio – nicht bei uns – meinte ein Experte zum Higgs-Teilchen-Fund, dies sei natürlich ein schöner Erfolg, allerdings, wenn er’s recht bedenke, ergäben sich nun noch neue offene Fragen, eher mehr als vorher.
Jetzt haben die fünfzig Jahre gesucht, um die EINE Frage zu beantworten, und es braucht kaum ein paar Stunden, um daraus neue Fragen für die nächsten HUNDERTE von Jahren zu konstruieren?
Und bei uns mit der „besten Nachricht“? Alle Fragen geklärt?
Gestern sah ich den Film „Karol“ über den vorigen Papst. In einer Szene sprach er als theologischer Lehrer mit seinen Seminaristen. Es war in der Zeit nach der Nazi-Besatzung in Polen, nach unendlich vielen Verlusten und Leiden, und während der kommunistischen Herrschaft. Karol sagte, man solle einfach Fragen stellen, und eine Studentin fragte: „wie kommt es, das viele Menschen zu Mördern werden und ohne menschliche Regung Gefangene töten, obwohl sie zu Hause selbst Frau und Kinder haben, während andere Menschen ihr Leben riskieren um Menschen zu retten, die sie kaum kennen.“ „Gute Frage“, antwortet Karol – so ähnlich ging die Szene -, aber das war wohl eine Untertreibung – eine gigantische Frage.
Auch bei uns mit der besten Nachricht ist nur das eine geklärt: dass Gott uns liebt und wir uns bei ihm bergen dürfen – aber ansonsten, das weiß ich als Deutscher besonders, gibt es menschliche Fragen noch mehr als Fragen der Physik, und sie zu bearbeiten lohnt sich.

5. Juli 2012
von Hans-Peter
3 Kommentare

Das Higgs-Teilchen und die beste Nachricht

Die Physiker jubeln. Mit einer riesigen Maschinerie haben sie nach jahrelanger Suche ein winziges Teilchen gefunden, das wiederum Auskunft über das ganze Universum geben soll.
Das Teilchen wird auch „Gottes-Teilchen“ genannt, vermutlich, weil seine Existenz nun schlüssig erklärt, wie die Entstehung des Universum vonstatten gehen konnte, die ja bislang Gott zugeschrieben wurde.
Erschüttert das Higgs-Teilchen somit die „beste Nachricht“, nämlich das Evangelium vom Glauben an Jesus? Muss ich mich als Christ jetzt irgendwie besonders rechtfertigen oder versuchen, die Erkenntnisse der Physik in Frage zu stellen?
Dazu zwei Sachen:
Erstens: ich freue mich mit den begeisterten Physikern. Ich würde sagen, der Forscherdrang des Menschen ist im Schöpfungsplan enthalten, dass er sich die Welt untertan machen sollte. Wenn man so will, entdecken Higgs und seine Kollegen noch weitere „Tiere, denen sie Namen geben“
Zweitens: Der Glaube an Gott ist keine Frage der Physik, sondern eine Beziehungsfrage. Das ändert sich auch mit dem Higgs-Teilchen nicht. Im Garten Eden wandte sich der Mensch von Gott ab, und die Schöpfung fiel. Jesus kam und wurde ein neuer Weg zu Gott, als er die Welt und die Schöpfung erlöste. Es geht für uns Menschen darum, ob wir unser Gegenüber, das „in den Himmeln ist“, erkennen und unsere Hand neu in die seine legen. Dies ist im Paradies genauso gut oder schlecht möglich gewesen wie im Zeitalter der Protonenbeschleuniger, eben weil Gott gar nicht Teil des Systems ist, sondern sein Schöpfer und sein Gegenüber. Die beste Nachricht bleibt vom Higgs-Teilchen unberührt.

30. Mai 2012
von Hans-Peter
1 Kommentar

Eddie James in Tübingen auf dem Holzmarkt

Das war eine denkwürdige Veranstaltung, am Pfingstmontagauf dem Tübinger Holzmarkt. Vor der eingerüsteten Stiftkirche (wird renoviert) standen die Musiker von Eddie James aus den USA und von der TOS Tübingen und machten Power-Musik, und der ganze Platz war voller Leute. „Tübingen – du sollst hören: Jesus lebt und liebt euch!“ rief und sang Eddie James, und Jobst Bittner von der TOS erklärte, warum neben dem Holzkreuz auch eine mannshohe Minora auf der Kirchentreppe stand: „Das Kreuz steht für die Rettung durch Jesus Christus, und die Minora steht dafür, dass wir als Christen jüdische Wurzeln haben!“

– Eddie James ist auch in unseren Sendungen häufig dabei. Bislang allerdings noch nicht mit Interview, sondern „nur“ mit seiner Musik, aber die spricht schon mächtig für sich.

8. Mai 2012
von Hans-Peter
Keine Kommentare

Frau Oppenheimer

Frau Oppenheimer, die als Teenager aus Hannover deportiert wurde, erzählt aus jener Zeit und sagt immer wieder: „wir wussten doch nicht, dass so etwas kommen würde… damit konnte doch niemand rechnen…“
Und dann die Frage an mich: „Würden sie heute mit sowas rechnen?“

Sie wisse auch nicht, wie man das überleben konnte, sagt sie über ihre Zeit im KZ Riga. Aber warum, darauf hat sie eine Antwort gefunden: um es der Welt zu erzählen.

19. April 2012
von Hans-Peter
Keine Kommentare

Interviews in New York

Viele Grüße aus New York. Bin hier mal wieder als „RADIO helle welle – Korrespondent“ tätig. Drei Interviews habe ich schon im  Kasten. Das erste mit Lore Oppenheimer, die eigentlich in Hannover lebte – bis sie von den Nazis in das KZ Riga deportiert wurde… Sie überlebte und kam 1947 in die USA. Am Montagabend hatte sie bei einer „March of Rememberence“-Versöhnungsveranstaltung im UN-Churchcenter gesprochen, tags drauf hatte sie meinen Sohn und mich zu sich nach Hause nach Riverdale/The Bronx eingeladen.
Mit ihr zusammen trafen wir in einem koscheren Restaurant Gerda Wassermann, eine sehr zierliche, lebhafte Zweiundneunzigjährige, die zu Tübingen folgende schaurige Verbindung hat. Ruth Marx. das aus Tübingen deportierte jüdische Mädchen, starb an demselben Tag wie Frau Wassermanns Eltern und Bruder – getötet zusammen mit 1.800 Juden an demselben Tag…

Das dritte Interview fand auf offener Straße in Manhatten statt, 158 W 72th St. am Dienstag abend um  elf – falls jemand uns dort stehen sah – es war ein Wiedersehen mit Tuvia Tenenbom, nach einer „theatralischen Lesung“ aus seinem Buch „I sleep in Hitlers room“ über seinen mehrmonatigen Bsuch in Deutschland 2010… Jetzt fragte ich ihn „natürlich“ nach seiner Meinung zum Grass-Gedicht… Was daran eine Chance sei, sagte er, dass hier öffentlich auf den Punkt komme, was in Deutschland nach wie vor schlummere…

RADIO helle welle